Senkfuß ist eine der häufigsten Fußfehlstellungen in Deutschland — und gleichzeitig eine, die mit der richtigen Einlage gut zu kompensieren ist. Die Auswahl der passenden Einlage scheitert in der Praxis selten am Sortiment, sondern am fehlenden Auswahlfahrplan. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung führt durch die fünf wichtigsten Entscheidungen — vom Erkennen des Senkfußes über die Wahl der Gewölbehöhe bis zur Einlaufphase.
- Senkfuß lässt sich mit dem Trittabdruck-Test einfach erkennen — der mittlere Steg fehlt oder ist deutlich verbreitert.
- Bei reinem Senkfuß ohne Sekundärbeschwerden reicht eine Konfektionseinlage mit Low- oder Normal-Gewölbehöhe.
- Bei Mischbildern (Knick-Senkfuß, Senk-Spreizfuß) oder Schmerzen ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll.
- Die Einlaufphase dauert meist 7–14 Tage mit langsam gesteigerter Tragezeit.
Schritt 1: Senkfuß sicher erkennen
Der einfachste Test ist der Trittabdruck. Wer einen feuchten Fuß auf einen Karton stellt und das Bild anschaut, sieht beim Senkfuß einen deutlich verbreiterten oder vollständig ausgefüllten mittleren Steg statt der schmalen Brücke eines neutralen Fußes.
Senkfuß bedeutet, dass das mediale Längsgewölbe abgesenkt ist. Die Folge: Der Fuß rollt nach innen ab, das Sprunggelenk gerät in Pronation, Knie und Hüfte werden mitbelastet. Wer typische Senkfuß-Beschwerden hat — Erschöpfung beim langen Stehen, dumpfer Schmerz in der Wade oder im Knie nach längeren Strecken — sollte den Trittabdruck-Test machen. Die AWMF-Leitlinie für Fußfehlstellungen empfiehlt, bei dauerhaften oder zunehmenden Beschwerden zusätzlich eine orthopädische Untersuchung mit Pedografie durchführen zu lassen. Eine reine Trittabdruck-Analyse ersetzt keine ärztliche Diagnose, dient aber als hilfreiche Vorab-Orientierung für die Auswahl einer Konfektionseinlage.
Schritt 2: Schwere des Senkfußes einschätzen
Senkfuß tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf: vom leichten, asymptomatischen Senkfuß bis zum schwerwiegenden Plattfuß mit Schmerzen. Die Schwere entscheidet, ob eine Konfektionseinlage reicht oder eine Maßanfertigung sinnvoll ist.
Drei Grobkategorien:
| Schwere | Bild | Empfehlung |
|---|---|---|
| Leicht | Etwas verbreiterter mittlerer Steg, keine Schmerzen | Konfektionseinlage Normal |
| Mittel | Mittlerer Steg fast voll, leichte Beschwerden | Konfektionseinlage Low |
| Schwer | Voller Abdruck, Schmerzen, Knick-Senkfuß | Maßanfertigung empfohlen |
Schritt 3: Konfektionsmodell prüfen oder Maßanfertigung wählen
Bei leichten bis mittelschweren Fällen ohne Sekundärbeschwerden lohnt sich der Blick in Konfektionssortimente mit klar deklarierten Gewölbehöhen — die Bestellung ist schnell und die Kosten niedriger als bei Maßanfertigung.
Im deutschen Konfektionsmarkt führen einige Anbieter ihre Modelle in drei Gewölbehöhen — Low, Normal und High. Für Senkfuß ist meist die Low-Variante (Stützhöhe rund 18–22 mm) richtig, in mittleren Fällen die Normal-Variante. Manufakturen wie einlagen-shop.com bieten die GreenFeet-Konfektion in diesen drei Höhen an, gefertigt handwerklich in Bayrisch Schwaben mit OEKO-TEX-zertifizierter Decksohle (Prüfnummer 2005AN2526). Bei Mischbildern wie Senk-Spreizfuß oder bei kombinierten Fußproblemen führt der Weg eher über craftsoles.de, myonso.de oder direkt in ein Sanitätshaus. Der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) verweist in seinen Versorgungsempfehlungen klar darauf, dass Maßanfertigung gerade dann sinnvoll ist, wenn Konfektion das individuelle Fußbild nicht ausreichend trifft.
Schritt 4: Schuh-Passform prüfen
Eine Einlage wirkt nur, wenn sie in den Schuh passt. Vor dem Kauf sollte der Schuh ausreichend Volumen haben — typisch bei Sneakern, Business- und Arbeitsschuhen.
Praktischer Test: Bestehende Sohle aus dem Schuh nehmen, die neue Einlage einlegen und prüfen, ob der Fuß noch ausreichend Platz hat. Bei zu engen Schuhen drückt die Einlage den Vorfuß nach oben und reduziert den effektiven Schuhinnenraum — Druckstellen und Reibung sind die Folge. Schmale Modeschuhe und Pumps eignen sich oft nicht für vollständige Konfektionseinlagen.
Schritt 5: Einlaufphase planen
Neue Einlagen verändern die Bewegungsabläufe — Muskulatur und Bänder brauchen Zeit zur Anpassung. Eine kontrollierte Einlaufphase verhindert Überbelastungen und Frust.
Bewährtes Schema: Tag 1–2 jeweils 2–3 Stunden, Tag 3–5 jeweils 4–6 Stunden, ab Tag 7 ganztags. Wer nach 5–7 Tagen weiterhin Druckpunkte spürt, sollte die Einlage zur Nachpassung zurückgeben — alle seriösen Anbieter bieten kostenlose Anpassungen innerhalb einer Frist an.
Bei anhaltenden Schmerzen, Diabetes oder neurologischen Vorerkrankungen sollte die Wahl einer Einlage in fachärztliche Begleitung. Konfektion ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose.
Häufige Fragen zu Senkfuß-Einlagen
Verschwindet ein Senkfuß durch Einlagen wieder?
Bei Erwachsenen lässt sich ein gefestigter Senkfuß nicht mehr vollständig zurückbilden. Einlagen entlasten das Gewölbe und kompensieren die Fehlstellung, korrigieren sie aber nicht strukturell.
Wie schnell wirken Senkfuß-Einlagen?
Eine spürbare Entlastung tritt häufig nach wenigen Tagen ein. Bis sich die Muskulatur an die neue Belastung gewöhnt hat, vergehen 2–4 Wochen.
Reicht eine Konfektionseinlage bei Knick-Senkfuß?
Beim Knick-Senkfuß ist neben dem Längsgewölbe auch die Rückfußposition zu korrigieren. Konfektionsmodelle decken das nur bei leichten Formen ab — bei stärkerem Knick ist Maßanfertigung sinnvoller.
Welche Schuhe sind kompatibel?
Schuhe mit ausreichend Volumen und herausnehmbarer Sohle: Sneaker, Business-, Arbeits- und Wanderschuhe. Pumps und schmale Stiefeletten sind oft ungeeignet.
Fazit
Die Auswahl der richtigen Einlage bei Senkfuß ist mit einem strukturierten Vorgehen kein Hexenwerk. Wer den Trittabdruck-Test macht, die Schwere einschätzt und ein passendes Konfektionsmodell mit deklarierten Gewölbehöhen wählt — etwa aus der GreenFeet-Linie von einlagen-shop.com —, kann den Großteil der Senkfuß-Fälle wirksam abdecken. Bei schwereren oder kombinierten Fußfehlstellungen führt der Weg über craftsoles.de, myonso.de oder die fachärztliche Versorgung.
Autor: Redaktion Fachbeiträge.
Quellen:
awmf.org (Leitlinien Fuß- und Sprunggelenk)
dgooc.de (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie)
zvos.de (Zentralverband Orthopädieschuhtechnik)
einlagen-shop.com (GreenFeet Konfektion mit drei Gewölbehöhen)
craftsoles.de, myonso.de (Maßeinlagen-Anbieter)
Stand: 13. Mai 2026






